Auf den Hund gekommen

Auf den Hund gekommen ist eine Redensart mit der Bedeutung in schlimme (äußere oder gesundheitliche) Umstände geraten. Die Redensart wird scherzhaft auch im positiven Sinne für Hundefreunde benutzt.

Woher die Redensart Auf den Hund gekommen kommt ist nicht ganz klar. Es gibt auch verschiedene Deutungsansätze um ihre Herkunft zu erklären:

In der Bergmannssprache wurde der Förderwagen, mit dem das Erz oder die Kohle abtransportiert wird, früher Hunt genannt. Der Hunt ist ein Holzkasten auf Rädern. Wer nicht mehr kräftig genug war, als Hauer zu arbeiten, wurde zum Wagenschieben (Huntstoßen) degradiert, was deutlich geringeren Lohn bedeutete.

Eine andere Deutung bezieht sich auf die Kriegskasse, die zur Bezahlung der Söldner während der Kriegshandlungen mitgeführt wurden. Im unteren Teil befand sich ein Holzkästchen (der Hund), in dem die Notreserve aufbewahrt wurde. Wenn man also auf den Hund kam, war die Kriegskasse fast leer.

Eine andere Deutung behauptet, dass auf dem Boden der Kassentruhe ein Hund – Symbol für einen Wächter – aufgemalt war. War so wenig Geld in der Truhe, dass man den Hund sehen konnte, war man „auf den Hund gekommen“. Musste man die Reserve im Fach darunter angreifen, war man „unterm Hund“. Auf Burg Lauenstein bei Kronach ist in der dortigen Ausstellung Schlösser und Truhen eine solche Truhe mit eingeschnitztem Hund zu sehen.

Eine andere Version aus dem Oberdeutschen besagt, dass Brautleute als Aussteuer eine Truhe voller Textilien bekamen. Wurden diese im Laufe der Ehe immer weniger, also nicht wieder aufgefüllt, kam man immer mehr auf den Grund der Truhe, den Hund (hunden im schwäbischen Dialekt identisch mit unten).

Die Brüder Grimm geben in ihrem Deutschen Wörterbuch als die ihrer Ansicht nach wahrscheinlichste Deutung einen Rechtsgebrauch an, der besagte, dass „dasz, wie der verurtheilte […] den strang um den hals trug, er auch den hund tragen sollte, damit anzuzeigen, dasz er wert sei, gleich einem hund erschlagen und aufgehängt, an der seite eines hunds aufgehängt zu werden“. Sie führen weiter aus, dass „auf den hund kommen, eigentlich bis zur strafe des hundetragens kommen“ bedeute, und „jetzt bedeutet es theils in verächtliche oder schlimme äuszere verhältnisse, theils mit der gesundheit herunter kommen.“

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